SEE THIS SOUND: Begleitprogramm
Ein umfassendes Veranstaltungsprogramm aus Vorträgen, Filmvorführungen, Live-Performances und Kuratorinnenführungen begleitet die Ausstellung SEE THIS SOUND.
Donnerstag, 17.9.2009, 19 Uhr
The Sound of Your Eyes
Live-Auftritt von Elisabeth Grübl "f II" und [dy'na:mo] mit Joachim Bock, Martin Moser & Martin Wagner "W.U.M."
Einführung: Ursula Maria Probst, Kuratorin, Wien
Die kulturelle Resonanz gegenüber der Sound Art zur Entwicklung neuer Zeichensysteme steigt. Dennoch scheint die Magie von Ton und Bild jenseits der Summe ihrer einzelnen Teile zu liegen. Das Ineinanderwirken von Sound- und Bildproduktion reflektiert und produziert soziale Codes, durch die vielfältige Beziehungen zwischen
sonischen und visuellen Kulturen sowie Dynamiken des unmittelbaren Erlebens ausgelöst werden. Filme von: Anu Pennanen, Heidi Kilpelainen, Female Obsession und Sonia Leimer.
/// Filmvorführung, Live-Performance
Donnerstag, 24.9.2009, 18 Uhr
Kuratorinnenführung mit Cosima Rainer
/// Führung in deutscher Sprache
Donnerstag, 24.9.2009, 20 Uhr
Austrian Abstracts
Barbara Pichler, Leiterin diagonale, Graz
Mit dem Label Austrian Abstracts wurde ab Ende der 1990er eine Reihe von abstrakten Videos versehen, die im Spannungsfeld zwischen Film, digitalen Medien und elektronischer Musik einen Bereich des experimentellen Films neu definierten - eine Entwicklung, die auch international für große Aufmerksamkeit sorgte. Das Programm präsentiert eine Auswahl prägnanter Positionen, die unterschiedlichste Perspektiven auf diese vielfältige Produktionslandschaft zulassen, von Analogien zum Avantgardefilm und zu Traditionen der Synästhesie ebenso wie zum zeitgenössischen Graphic Design oder zur Popkultur. Filme von: Jürgen Moritz, Norbert Pfaffenbichler, Michaela Schwentner, Karø Goldt, reMi (Renate Oblak, Michael Pinter), Michaela Grill V: [n:ja] (Annja Krautgasser), Billy Roisz, Tina Frank, lia, Didi Bruckmayr, Manuel Knapp.
/// Videoprogramm mit Einführung in deutscher Sprache
Donnerstag, 1.10.2009, 19 Uhr
Raumlichtkunst to Vortex: Early Expanded Cinema Experiments of Oskar Fischinger and Jordan Belson (1926-1959)
Cindy Keefer, Center for Visual Music, Los Angeles
Cindy Keefers illustrierte Präsentation stellt die Pioniere des Expanded Cinema Oskar Fischinger und Jordan Belson vor. Von Fischingers Mehrfachprojektionen in den 20-er Jahren in Deutschland bis zu Belsons Vortex-Konzerten in den 1950-er Jahren in San Francisco haben diese Filmkünstler neue kinematografische Erfahrungsräume geschaffen, die weit über das hinausgehen, was ihre Zeitgenossen oder Vorläufer verwirklicht haben. Sie haben die Grenzen von Kino, Projektion und Wahrnehmung während ihres gesamten Schaffens erweitert, indem sie Film mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen kombinierten, um eine neue Kunstform hervorzubringen.
/// Vortrag mit Filmbeispielen in englischer Sprache
Donnerstag, 1.10.2009, 21 Uhr
Wolfgang Voigt - GAS LIVE
Ort: Moviemento Kino, Dametzstraße 30
Wolfgang Voigt aka Gas fantasiert über einen Klangkörper zwischen Schönberg und Kraftwerk, zwischen Waldhorn und Bassdrum. Gas ist Wagner als Glamrock, ist Hänsel und Gretel auf Acid. Ein endloser Marsch durchs Unterholz - in die Disko - eines imaginären, nebulösen Waldes. Die Anfangs- und Endlosigkeit, die rauschhaft
weiche, teilweise amorphe Struktur der elegischen Musikstücke scheint wie gasförmig auszuströmen. Dabei geht es Voigt nie um den musikalischen Originalbezug oder den Wald als solchen. Vielmehr versucht er, das "Material" durch diverse Zoom-, Loop- und Verfremdungstechniken auf seine ästhetische Grundstruktur zurückzuführen, um es von seiner eigentlichen Bedeutung zu befreien.
/// Live-Performance
Donnerstag, 8.10.2009, 19 Uhr
Light Shows and Their Cinematic Representations
David E. James Professor, School of Cinematic Arts, University of California
Light Shows als improvisierte Performances aus Film-, Dia- und Lichtprojektionen erlebten als Begleitung von Rockkonzerten Mitte der 1960er-Jahre ihren Höhepunkt; einmalig und ephemer in ihrer Natur, sind sie jedoch nur in wenigen filmischen Aufnahmen festgehalten. Der Abend stellt einige der wichtigsten Light Shows wie Single
Wing Turquoise Bird (SWTB) vor und präsentiert Dokumentationen ihrer Aufführungen anhand von Beispielen aus The Baby Maker (James Bridges, 1970), Monterey
Pop (D. A. Pennebaker, 1968), The Trip (Roger Corman, 1967) und Andy Warhol's Exploding Plastic Inevitable (Ronald Nameth, 1967).
/// Vortrag mit Filmbeispielen in englischer Sprache
Donnerstag, 15.10.2009, 19 Uhr
Ultra-red
Vortrag des Künstlerkollektivs in englischer Sprache
Das Künstler- und Aktivistenkollektiv Ultra-red entwickelt seit 1994 soundbasierte Untersuchungen zu den politischen Bedingungen der AIDS-Krise. Der Sechskanal-Videoinstallation Untitled (for six voices) liegt eine Serie von Performances mit dem Titel Silent/Listen zugrunde, die in verschiedenen Kunstinstitutionen in Nordamerika stattfand und mit HIV/AIDS lebende Sozialarbeiter, Forscher und Aktivisten versammelte. Jede Performance begann mit einer Aufführung von John Cages 4'33''. Im Anschluss waren die Teilnehmer eingeladen, sich zur "Stille" sowie zum Verhältnis der Kunstinstitution zu AIDS Gedanken zu machen.
Donnerstag, 22.10.2009, 20 Uhr
Augenclick - Pheromonic_Hungry Walking Blues
Station Rose, Frankfurt
Das Künstlerduo Station Rose - Elisa Rose (Visuals) & Gary Danner (Sound), das 1988 den ersten Raum für <Medienkunst> in Wien gegründet hat, und nun in Frankfurt lebt, arbeitet gemeinsam digital. Seit 1992 arbeiten sie mit Computern live. Bild & Ton, Loops & Patterns entstehen zeitgleich. STR sieht ihre AV/Netzkunst als neue Sprache, welche die der Buchstaben zerstört. Für See This Sound baut STR mit PA, Projektionen & Re-verstofflichungen einen Pheromonischen Raum. Die Basis ist ihre persönliche Synchronisierung. Die Samples/Substanzen, die STR während der Performance an das Publikum abgibt, steuern das Verhalten. Dies komplexe Kommunikationssystem der Natur wird in ihrer digitalen Kunst performativ angewandt, das Pheromonische als AV-Flüssigkeit hergestellt. Signale lösen Verhaltensreaktionen aus. Worst Case Scenario sind Alarmpheromone, wo der hungry cultural worker gesteigerte Aggression überträgt. Vielen Dank an Ma Rainey.
/// Live-Performance, Uraufführung
http://www.stationrose.com/
Digital Archive "20 Digital Years": http://digitalarchive.stationrose.net/start.html
Donnerstag, 5.11.2009, 19 Uhr
Diavortrag und Filmvorführung von Michael Snow
New York Eye and Ear Control, 1964
16 mm, 34 min, s/w, Ton
Michael Snow, Künstler und Filmemacher, Toronto
Ursprünglich ein professioneller Jazzmusiker, wandte sich Michael Snow in den 1960er-Jahren auch anderen künstlerischen Interessen zu und wurde zum bedeutenden Vertreter des Structural Film. Seit den 1970ern widmet er sich zunehmend Tonaufnahmen und Klanginstallationen. Dem Verhältnis zwischen Bild und Ton schenkt er bereits in seinem Film New York Eye and Ear Control besondere Aufmerksamkeit: Der Soundtrack ist eine Free-Jazz-Session aus dem Jahr 1964 mit der besten Besetzung der Zeit, darunter Saxofonist Albert Ayler und Trompeter Don Cherry. Der Film wurde auch als "Walking Woman" bekannt, nach der Silhouette einer Frau (der Musikerin Carla Bley), die vor verschiedenen Hintergründen auftaucht - eine Konstante in Snows Werk.
/// Vortrag in englischer Sprache
Freitag, 6.11.2009, 16 Uhr
Michael Snow, Rameau's Nephew by Diderot (thanx to Dennis Young) by Wilma Schoen, 1972-74
16mm, 266 min, Farbe, Ton
Ort: Moviemento Kino, Dametzstraße 30
/// Filmvorführung in Anwesenheit des Künstlers
Donnerstag, 19.11.2009, 19 Uhr
Wie der Klang in die Bilder kommt: Visual Music und frühe Ton-Bild-Experimente im Film
Sandra Naumann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ludwig Boltzmann Institut Medien. Kunst.Forschung., Linz
Bereits seit der Frühzeit der Kinematografie erprobten Filmemacher vielfältige Konzepte, Film und Musik nicht einfach nur miteinander zu kombinieren, sondern musikalische
Prinzipien auf die bewegten Bilder zu übertragen und mit abstrakten Formen eine visuelle Musik zu erschaffen oder aber in experimentellen Bild-Ton-Kopplungen die materiellen Eigenschaften des Mediums zu untersuchen. Das Programm zeigt eine Auswahl außergewöhnlicher Pionierarbeiten, deren Gestalt und Formensprache nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Musikvideo, Videokunst und VJing hatten, darunter einige Raritäten aus internationalen Filmarchiven. Mit Filmen von Germaine Dulac, Len Lye, Harry Smith, James & John Whitney, Norman McLaren, Shirley Clarke, Mary Ellen Bute und anderen.
/// Vortrag mit Filmbeispielen in deutscher Sprache
Sonntag, 29.11.2009, 11 Uhr
Kuratorinnenführung mit Cosima Rainer
/// Führung in deutscher Sprache
Donnerstag, 3.12.2009, 19 Uhr
Ort und Sound in den 1960er-Jahren
Liz Kotz, Assistant Professor, University of California, Riverside
In den letzten Jahren wurden Begriffe wie "Sound Art" und "Soundinstallation" ziemlich leidig und unpräzise. Sie wurden als Auffangbegriffe für alle möglichen Arten von Arbeiten mit auditivem Anteil verwendet. Durch einen Vergleich wichtiger früher Projekte von Max Neuhaus und La Monte Young wird Liz Kotz zeigen, dass ortsbasierte Arbeiten mit Sound aus zwei verschiedenen Richtungen kommen: der Untersuchung von Orten in postminimalistischer Kunst seit den späten 1960er-Jahren und der Verräumlichung von Kunst, einer Praxis, die ihre Wurzeln in der westlichen Konzerttradition hat, die aber in der unmittelbaren Nachkriegszeit einen Höhepunkt erreichte, als neue Technologien elektronischer Sounderzeugung und elektronischen Soundmixens sowie Lautsprecher und Verstärker es zunehmend möglich machten, die Verteilung und Modulation von Sound im Raum zu kontrollieren.
/// Vortrag in englischer Sprache
Donnerstag, 10.12.2009, 19 Uhr
Klemme Lasche Feder - Musik-Clips vor und nach dem MTV-Zeitalter
Christian Höller, springerin, Wien
Lange bevor das Musikfernsehen den "Clip" zu einem paradigmatischen popkulturellen Format machte, wurden unterschiedlichste Arten der Musikverfilmung erprobt. Erst das MTV-Zeitalter jedoch hat das Ein-Song-Video standardisiert und kanonisiert. Heute, wo das Musikfernsehen in seiner herkömmlichen Form immer mehr wie ein Auslaufmedium erscheint, deuten sich neue Wege der Klangvisualisierung an. Der Abend spannt einen historischen Bogen von der Vorzeit des Musik-Clips über dessen Blüte in den 1980er-Jahren bis hin zu jüngeren Ausläufern, die mit orthodoxen Musikvideos kaum noch etwas gemein haben. Mit Beispielen von Bruce Conner, Pat O'Neill, Dara Birnbaum, Godley & Creme, Sadie Benning, Roman Coppola, Michel Gondry und anderen.
/// Vortrag mit Filmbeispielen in deutscher Sprache
Donnerstag, 17.12.2009, 19 Uhr
Unhörbare Beredsamkeit. Zu den verschwiegenen Stimmen der Kunst
Thomas Trummer, Projektleiter Bildende Kunst beim Siemens Art Program
Lärmende Gebärden und lauthalses Sprechen gelten im Museum als wenig opportun. So wie sich Bilder in Schweigen hüllen, so mögen sich auch Betrachter in Sprachverzicht und Zurückhaltung üben. Scheinbar fraglos hat die Kunst die religiöse Dimension des Schweigens für ihre Kulträume übernommen. Seit der Klassik, die sich um edle Einfalt und um stille Größe bemühte, herrscht in den Museen ruhige und vielsagende Andacht.
/// Vortrag in deutscher Sprache
Veranstaltungsort: Lentos Kunstmuseum Linz, wenn nicht anders angegeben
/// VERANSTALTUNGSHINWEIS:
Challenging Music, Dance and Performance: the Electronic Media - Symposium und Tanzperformance
31.8.-2.9.2009
Gesamtleitung: Peter Revers, Keynote-Lectures: Helga de la Motte (Berlin), Norah Zuniga Shaw (Columbus, Ohio, USA)
Veranstaltungsort: Anton Bruckner Privatuniversität, Wildbergstr. 18, 4040 Linz, http://www.bruckneruni.at/
Ein Projekt für Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas
