Albin Egger-Lienz, Ila (die jüngere Tochter des Künstlers)
1920
Öl auf Holz
82 x 72 cm
Inv. Nr. 155
Albin Egger-Lienz
geb. 1868 in Striebach/Osttirol, gest. 1926 in St. Justina/Bozen
Dargestellt ist die jüngste Tochter des Künstlers auf einem Staffeleischemel. Insgesamt gibt es drei überaus differenzierte, still-verhaltene Porträts von Ila.
"Wie abhold war ich stets diesen langen, ermüdenden Sitzungen, und ohne traditionelle Belohnung hätte ich mich sicherlich nicht dazu überreden lassen. Schon als ich vier Jahre alt war, malte mich mein Vater ... und dann nochmals, als ich fünf Jahre alt war ... An diese Sitzungen erinnere ich mich nicht mehr; nur die letzte steht mir noch deutlich vor Augen ... ich war ein undankbares Modell, das sich und seine Umgebung quälte. Wenn ich nach der Sitzung das Bild anschauen durfte, war ich noch obendrein nie damit zufrieden, fand mich häßlich und gab meinem Vater die mannigfaltigsten guten Ratschläge," berichtet Ila in ihrem 1939 erschienen Buch "Mein Vater Albin Egger-Lienz".
Unmittelbar wird der Betrachter mit der dargestellten Person konfrontiert, welche bildzentral und frontal wiedergegeben ist. Durch seinen Aufenthalt in St. Justina bei Bozen verstärkt sich Albin Egger-Lienz Begegnung mit der zeitgenössischen italienischen Kunst. Die sachliche Präsentation des Kindes, die Konzentrierung des Motivs in einem leeren Raum sowie die reduzierte Farbigkeit auf Schwarz, Rot und Ockergelb verweisen auf Tendenzen der "Pittura Metafisica", aber auch zu Vertretern der "Neuen Sachlichkeit".
Angelika Gillmayr








