Alexander Calder: Ohne Titel
o. D., Farblithographie/Karton, 59 x 76 cm, G 7895, Stiftung 2003
Alexander Calder, geb. 1898 in Lawton, gest. 1976 in New York
1927 befasst sich Alexander Calder mit ersten Aufführungen von bewegten Drahtplastiken mit Zirkusmotiven. Ab 1934 entstehen die ersten "Mobiles", mit denen er in der Folge in der ganzen Welt bekannt wurde. Das Schaffen des amerikanischen Künstlers begleiten Entwürfe für Bühnendekorationen, Buchillustrationen, farbige Graphiken und Gouachen, zu denen auch diese Farblithographie auf Karton zählt.
Die Formen wirken biomorph, erinnern an bunte Pflanzenranken, die sich scheinbar endlos fortsetzen. Gepaart mit einer Farbigkeit und Formreduktion zu knappen Kürzeln, wie sie etwa Joan Miró eigen ist, erhält die Arbeit einen spielerischen Impetus, der das Thema "Unendlichkeit" variantenreich umkreist. Im Unterschied zu den konstruktivistischen Versuchen der Bewegungsdarstellung (Pevsner, Gabo) wollte Calder keinen konkreten Bewegungsablauf veranschaulichen, sondern die multidimensionalen, simultan ablaufenden Bewegungen des Lebens, die sich vielfältig durchdringen und überlagern.
Brigitte Reutner
Bild: © VBK, Wien 2003








