Provenienzforschung im Lentos Kunstmuseum Linz
Im Mai 2003 wurde das LENTOS Kunstmuseum Linz als Nachfolgeinstitution der Neuen Galerie der Stadt Linz eröffnet.
Den Grundstock der 1953 geschaffenen Neuen Galerie bildet der durch die Stadt Linz 1952/53 getätigte Ankauf der Sammlung des Berliner Kunsthändlers Wolfgang Gurlitt (1888-1965), darunter Gemälde und Grafiken von Klimt, Schiele, Kokoschka, Nolde, Corinth und Pechstein.
Zur Provenienz der Sammlung Gurlitt wird im Auftrag der Stadt Linz seit Jahren geforscht. Bereits 1999 konnte die Stadt Linz einen ersten Bericht zur Provenienzforschung veröffentlichen.
Walter Schuster: Die Sammlung Gurlitt der Neuen Galerie der Stadt Linz. Linz 1999.
Auf der Grundlage dieses Berichts wurden zwei Kunstwerke restituiert.
1999 Ury Lesser: Die Näherin (Inv. Nr. 138) an die Erben nach einem Berliner Kunstsammler.
2003 Egon Schiele: Stadt am Fluss (Inv. Nr. 13) an die Erben nach Daisy Hellmann (früher Wien).
Das LENTOS Kunstmuseum Linz setzt die systematische Überprüfung seiner musealen Bestände fort. Dazu wurde 2007 im Auftrag des Bürgermeisters und des Magistratsdirektors für die Museen der Stadt Linz ein Arbeitskreis für Provenienzforschung eingerichtet.
Geleitet von Stella Rollig, seit 2004 Direktorin des LENTOS, gehören ihm weiters der kaufmännische Leiter Dr. Gernot Barounig, die Sammlungskuratorin Dr.in Elisabeth Nowak-Thaller, der Leiter des Archivs der Stadt Linz Mag. Dr. Walter Schuster und die Provenienzforscherin Dr.in Vanessa Voigt (Deutschland) an.
Auf Grundlage der Recherchen des Arbeitskreises sowie zweier externer ExpertInnen fasste der Linzer Gemeinderat am 4. Juni 2009 einstimmig den Beschluss, das Gemälde
Gustav Klimt: Damenbildnis / Bildnis Maria Munk, 1917/18 (Inv. Nr. 149)
an die RechtsnachfolgerInnen nach Aranka Munk zu restituieren.
Die systematische Untersuchung der Bestände des LENTOS Kunstmuseum Linz konzentriert sich weiterhin auf folgende Sammlugsbereiche:
- Gemälde mit lückenhafter Provenienz
- Handzeichnungen und Grafiken mit lückenhafter Provenienz
- Skulpturen mit lückenhafter Provenienz
Das LENTOS Kunstmusem Linz ist bemüht, die Provenienz seines Bestandes möglichst umfassend aufzuklären.
Wir sind für alle Hinweise dankbar und bitten besonders WissenschaftlerInnen, die in diesem Bereich arbeiten, ud mit Informationen zu unterstützen. Wenn Sie Anfragen zu einzelnen Objekten aus unserem Bestand haben oder wenn Sie ergänzende Informationen beitragen können, senden Sie diese
per E-Mail an provenienzforschung@lentos.at
per Fax an +43 72 7070 3604
oder per Post an
LENTOS Kunstmuseum Linz
Provenienzforschung
Ernst-Koref-Promenade 1
4020 Linz
