Hermann Nitsch: Aktionskleid
1981, 71. Aktion in der Galerie Pakesch, Wien, Objekt aus Molino, Blutspuren, Stab und Seil, 140 x 142 cm, Inv. Nr. 589, Stiftung 1982
Ende der fünfziger Jahre beginnt Hermann Nitsch Schau-Spiele zu verfassen, die, anknüpfend an die Idee des Gesamtkunstwerks, ein orgiastisches, alle Sinne erfassendes Fest anvisieren: das "Orgien-Mysterien-Theater". Zuschauer werden dabei in das Geschehen miteinbezogen. Zentraler Gedanke ist die Parallele zur Passion Christi und ihre Analogsetzung zum Dionysos-Mythos der Antike.
Reale Geschehnisse werden bei den alljährlich in Prinzendorf stattfindenden Aktionen (6-Tagesspiel) nach einem alle menschlichen Sinne ansprechenden Konzept inszeniert. Dabei entstehende Objekte wie das hier dargestellte Aktionskleid (71. Aktion in der Galerie Pakesch, Wien 1981) fungieren letztendlich als Dokumente eines als Prozesskunst dem zeitlichen Wandel unterworfenen Kunstaktes.
Brigitte Reutner
Bild: © VBK, Wien 2003








