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Lentos TV - Markus Schinwald

Markus Schinwald, einer der angesagtesten zeitgenössischen österreichischen Künstler zu Gast im Lentos

Der auch international höchst erfolgreiche Absolvent der Linzer Kunstuniversität bietet in Linz einen gelungenen Überblick über sein Schaffen. Der gebürtige Salzburger, der heuer auch den österreichischen Pavillon bei der Bienale in Venedig gestaltet hat, fasziniert mit einem hoch eigenständigen Werk, das sich souverän aller künstlerischen Medien und Formate der Gegenwart bedient.

Rollig: Man glaubt ja, wenn man hier in diesen Raum kommt, man betritt eine Gruppenausstellung, so vielfältig ist dieses Werk. Das besondere ist aber, dass man merkt, dass alle diese Arbeiten von einem ganz unmittelbaren Interesse am Menschen gesteuert werden. Und zwar nicht jetzt in einem journalistischen Sinn abstrakt, wir sprechen vom Menschen im Zeitalter der Globalisierung oder von Migration oder was solche aktuellen Themen heute sein mögen. Sondern es geht wirklich darum, wie gehts mir als Individuum - heute. Und er hat die Fähigkeit, das in Bilder zu übersetzen, in Symbole zu übersetzen, wie kaum jemand anderer. Und dann eben noch in so vielfältiger Art und das ist eigentlich ganz außergewöhnlich.

Erzählerin: Die Ausstellung spannte einen facettenreichen Bogen von modischen Kreationen bis zu Ölbildern, Filmen und Skulpturen. Schinwald spielt mit verstörenden, beunruhigenden Situationen, veränderten Wirklichkeiten. Das Unheimliche als Anstoß einer Aufarbeitung des Unbewussten.

Schinwald: Das Unheimliche ist ein bestimmtes Verhältnis von den Dingen, die uns vertraut sind und einer bestimmten Proportion an Elementen, an Atmosphären, die fremd sind. Also dieses Verhältnis muss immer genau stimmen. Ich glaube, würde ich jetzt nur das bearbeiten, was uns eh vertraut wirkt, wäre ich bei einer Dokumentation bestimmte Sachen aufzuzeigen. Dann auch Teile reinzufügen, die so eine bestimmte Leerstelle sind, ist auch eine Form, einen Finger auf etwas zu halten.

Rollig: Für mich persönlich bedeutet die Ausstellung auch deswegen etwas ganz besonderes, weil mich mit Markus Schinwald eine alte Freundschaft verbindet. Und es gibt eigentlich nichts Schöneres, wenn man einen Künstler über Jahre begleitet, der Karriere macht. Wo nicht nur man selber die Arbeit toll findet, sondern wo man miterlebt, dass der plötzlich auf der ganzen Welt gefragt ist. Und wenn man dann noch die Möglichkeit hat, ihm so eine Bühne zur Verfügung zu stellen, wie den großen Saal des Lentos, dann ist das alles perfekt.

Erzählerin: Schinwalds Kunst agiert im Zentrum des Zeitgefühls und sie erzählt vom Spannungsfeld der Lebensführung - zwischen Zwang uns Spiel, Unterwerfung und Befreiung, Scheitern und Eleganz.

Schinwald: Ob sie gefällt oder nicht hat man ja nur selten in der Hand, aber es ist doch ein relativ großer Überblick und so würde ich mir wünschen, dass die Besucher, wenn jetzt auch nicht alles, dann zumindest bestimmte Aspekte finden, mit denen sie umgehen oder operieren können.


MP3-Datei herunterladenLentos TV - Markus Schinwald (MP4, 162,19 MB)

  
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Foto: © Christian Plach