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Stella Rollig im Gespräch mit Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder

Sonntag, 23. November 2008

Das Museum als Medium

Haben wir schon genügend über das Museum als Medium nachgedacht? Die Frage stellte der Kunstwissenschafter Hans Belting vor einer Weile, und man muss sie wohl mit einem Nein beantworten.
Dabei wird gegenwärtig so viel über Museen gesagt und geschrieben wie selten zuvor. Zwei gegensätzliche Thesen stehen im Raum.
Das Museum steckt in der Krise. Ist dieser Institution in der post-bürgerlichen Gesellschaft ihr ursprünglicher Zweck abhanden gekommen? Wird das öffentliche Museum von den Sammlungen privater Investoren marginalisiert? Oder gilt: Das Museum als Motor, als Umsatzmotor mit immer neuen Rekorden an Besuchern, Sponsorenmitteln, medialer Aufmerksamkeit.

Im Gespräch mit Klaus Albrecht Schröder, dem Direktor der Wiener Albertina, soll über das Medium nachgedacht werden. Das Museum als Instrument der Vermittlung: welcher Inhalte, wie und für wen? Wem bietet es welche Möglichkeiten der Identifikation an, wer bleibt ausgeschlossen? Wie können alte und zeitgenössische Kunst einander mit Bedeutung aufladen?
Erfahrungen, Strategien und Ziele des Museumsfachmanns Schröders werden dabei ebenso zur Sprache kommen wie die Frage nach Erfolgskriterien – und die nach seinem ganz persönlichen Kunstbegriff.


Dr. Klaus Albrecht Schröder, 1955 in Linz geboren, studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Wien. Als Direktor des von ihm 1985 gegründeten Kunstforums Wien etablierte er von 1988 bis 2000 eine Ausstellungshalle mit wegweisenden Präsentationen von internationalem Zuschnitt, die für Wien wichtige Impulse setzte und mit jährlich 300.000 bis 350.000 Besuchern Österreichs bestbesuchte Ausstellungshalle war.
Von 1996 bis Ende 1999 wurde Schröder zum Vorstandsmitglied und kaufmännischen Direktor der neu gegründeten Privatstiftung Leopold berufen: In dieser Funktion war er für die Planung und Errichtung des Museums sowie für die Erstellung des Organigramms, dem Aufbau der Personal-Struktur sowie Aufbau- und Ablauforganisation zuständig. Mit 1. Januar 2000 trat Klaus Albrecht Schröder als Geschäftsführer und Direktor der Albertina an. Seit der Wiedereröffnung positionierte sich die Albertina innerhalb kürzester Zeit als das meistbesuchte Museum Österreichs. Die tiefgreifende, alle Bereiche der Albertina betreffende Modernisierung des Museums, die Renovierung der klassizistischen Prunkräume, die allein aus privaten Sponsorenmitteln finanziert wurde, sowie die bauliche Erweiterung der Albertina von 230 qm auf 2000 qm waren die Hauptziele. Mit einem ambitionierten Ausstellungsprogramm, das 5 Jahrhunderte Kunstgeschichte von Dürer, Michelangelo, Rembrandt und Rubens über Munch, Picasso, Egon Schiele und Gustav Klimt bis zu Baselitz, Alex Katz, Arnulf Rainer und Franz Gertsch abdeckt, wurden völlig neue Bevölkerungsschichten und jährliche Besucherzahlen zwischen 550.000 und 850.000 Besuchern für die Albertina erschlossen.

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Foto: © maschekS.