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Gemälde von Anton Kolig: Das Vergehen

Meisterwerke aus der Sammlung: Vom Biedermeier bis zur 2. Republik

Dauerpräsentation

Achenbach, Andri, Appel, Bischof, Carus, Corinth, Egger, Eisenschitz, Feuerbach, Friedrich, Frohner, Gurlitt, Heckel, Hofer, Hoffmann, Hörmann, Kirchner, Klimt, Kokoschka, Kolig, Kurzweil, Lang, Lenbach, Liebermann, Loos, Makart, Masson, Modersohn-Becker, Mueller, Münther, Nolde, Pechstein, Prachensky, Rebell, Reiter, Romako, Schiele, Schindler, Schmidt-Rottluff, Schuch, Schumacher, Staudacher, Thelott, Thoma, Thöny, Trübner, Werefkin.

Die Klassiker aus der Sammlung des Lentos erstmals im Überblick in der Südflanke - ein kunstgeschichtlicher Parcours durch die vielfältigen Museumsbestände des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Eine Reise in das Depot einer reichen historischen Sammlung, um vermittelnd zwischen den großen Stilen und Klassiker-Generationen all das aufzuzeigen, was Malerei und Grafik in ihrer Fülle von 1820 bis unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg in Mitteleuropa vermag.
Spannende Vergleiche, viele Neuentdeckungen und eine jüngst erfolgte Neuerwerbung eines Spätwerkes von Anton Kolig, eine Stiftung des Vereins der Freunde des Kunstmuseum Lentos, im Who is Who der Namen und in der Konfrontation mit Meisterwerken der klassischen Kunstgeschichte.

Anhand von 61 Gemälden und 24 hochkarätigen Zeichnungen bzw. Grafiken erschließen sich die historischen Schwerpunkte und Ankäufe der von Wolfgang Gurlitt 1947 gegründeten und bis 1953 geleiteten Sammlung der Neuen Galerie der Stadt Linz. Zwei Skulpturen von Anton Hanak und Anthony Cragg ergänzen die Neupräsentation des Großen Saals.

So ist die Landschafts-, Genre- und Portraitmalerei des 19. Jahrhunderts mit Meisterwerken der deutschen Romantik (Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus), des österreichischen Biedermeiers (Johann Baptist Reiter, Friedrich Loos), des deutschen und österreichischen Historismus (Hans Makart, Anton Romako, Anselm Feuerbach, Franz von Lenbach) und des österreichischen Stimmungsimpressionismus (Emil J. Schinder und Theodor von Hörmann) vertreten.

Ein weiterer Hauptaspekt der Sammlung sind hochkarätige Werke des Wiener und Berliner Secessionismus. Neben Werken von Lovis Corinth, Wilhelm Trübner und Gustav Klimt wird im neu gestalteten Brücke-Kabinett, das anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Künstlervereinigung eingerichtet wurdde, eine kostbare Auswahl von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Druckgraphiken (Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde) präsentiert.

Der österreichische Expressionismus ist durch Werkgruppen von Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, Gustav Thöny, Jean Egger und Willy Eisenschitz vertreten. Als Bild im Fokus fungieren aufgrund aktueller Jubiläen die "Linzer Landschaft" von Oskar Kokoschka und das "Porträt Bürgermeister Dr. Ernst Koref" von Max Weiler, beide vor 50 Jahren von der Linzer Stadtverwaltung in Auftrag gegeben.
Einen Abschluss des stilgeschichtlichen Rundganges und Brückenschlag zur Sonderausstellung "the spirit of pop" bilden die Gemälde des Abstrakten Expressionismus von Karel Appel, Peter Bischof, Emil Schumacher, André Masson, Adolf Frohner, Markus Prachensky sowie Hans Staudacher, die sich durch charakteristische expressiv-abstrakte Farb- und Formensprache und durch spontane, heftige Malweise auszeichnen.

Ein besonderes Glanzstück der Präsentation stellt das 1842 entstandene, großformatige Bildnis der Wiener Baumeisterfamilie Schegar, ein Hauptwerk der Freilichtmalerei des in Linz geborenen Johann Baptist Reiter dar. Dieses wichtige Familienbildnis des österreichischen Biedermeiers ist eine Leihgabe des Stadtmuseums Nordico und verweist einmal mehr auf die Synergien zwischen diesen beiden städtischen Museen.
Ein weiterer Höhepunkt der Neupräsentation sind zwei wichtige Gemälde von Gustav Klimt, die aus Privatbesitz dem Lentos für die Ausstellungsdauer geliehen wurden.

Caspar David Friedrichs bis weit ins 20. Jahrhundert gültige Zitat:
"der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht"
wurde zum Gesamtmotto einer Präsentation, die versucht, die Kunst des
19. Jahrhunderts anhand von exemplarischen Beispielen aus Österreich und Deutschland nicht mehr als "wirres Bild deren Geschichte alle 10 Jahre neu geschrieben wird" (Max Friedländer), als "tragische Angelegenheit" (Richard Hamann) oder als "Wirrsal von Widersprüchen" (Ludwig Justi) zu behandeln.
Die "machtvolle Uneinheitlichkeit" der Malerei des 19. Jahrhunderts, der notwendige Bruch mit den geschlossenen Wertmaßstäben und Stilen, das Schwanken zwischen Idealismus und Realismus, trug aus heutiger Sicht, viel zur Befreiung der Kunst im 20. Jahrhundert bei.

Elisabeth Nowak-Thaller

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