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Bild von Antoni Tàpies: Les Haricots

Black & White

7.6. bis 26.8.2007

Das Phänomen der Linie

"Du bemerktest, man schreibt nicht licht auf dunklem Grund, das Alphabet der Gestirne allein zeichnet so sich ab, skizzenhaft oder abbrechend; der Mensch fährt fort schwarz auf weiss" (Stéphane Mallarmé)

"Die Zeichnung kann als Ort für Zeichen verstanden werden, über die wir die Welt abbilden, und zugleich als das primäre Zeichen des Seins. Die Zeichnung ist daher kein Fenster zur Welt, sondern ein Instrument um unseren Ort im Universum zu begreifen." (Walter Benjamin)

Kontinuierlich behauptet die Zeichnung ihren Stellenwert in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in unterschiedlichen Formen: als Entwurf, als Skizze, als Konstruktionszeichnung, als autonome Position linearer Kunst, als Mittel der unmittelbaren Übertragung der Gedanken auf Papier, als Mittel zur Erkenntnis, als beliebtes Sammlerstück oder als erschwingliches Original eines/einer großen KünstlerIn. Die Linie hat in der Zeichnung eine Offenbarungs-, Aufzeichungs- und Veranschaulichungsfunktion. Ihre mediale Grunddisposition ist eine Figur-Grundproblematik. Es wird eine Fläche "schwarz" auf "weiss" markiert oder umgekehrt.

Ein Aspekt der Ausstellung ist, der Linie in der metaphysischen Dimension ihrer möglichen Genese nachzuspüren. Handelt es sich beim Zeichenakt, Georg Witte zufolge, um ein Moment der Füllung, bei der eine leere Fläche beschriftet wird oder um ein Moment der Einschwärzung, wonach Linien nachgezogen werden, die im weißen Grund selbst schon enthalten sind?

Zur Ausstellung erscheint ein Grafikkatalog mit dem Titel "black & white", € 9,-

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Brigitte Reutner

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