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NICOLA DE MARIA
Gemälde 1996

25. Juni - 14. August 1998


Nicola De Maria wurde am 6. 12.1954 in Foglianise,
Italien geboren und lebt in Turin.



Piemonte 1996 / Öl auf Leinwand / 50 x 40 cm
Nicola De Maria ist der sensible Protagonist einer Malerei, die die Welt neu erschafft,- ein Künstler und Poet, der in Verweisen, in Anrissen, voller Leichtigkeit, Lebensfreude und Vitalität das auf Erden nicht existierende Paradies beschwört. Die Wirklichkeit seiner Bilder, dieser kraftvollen und zugleich empfindsamen Landschaften und Köpfe, aktiviert unsere Vorstellungskraft und löst jene Fiktion aus, durch die Kunst zur geistigen Realität wird. (Peter Baum)

Der zur Ausstellung erscheinende Katalog gibt Einblick in die jüngste Phase des Gesamtwerks des 1954 in Foglianese geborenen und in Italien lebenden Künstlers. Die Ausstellung nimmt ihren Auftakt in der Neuen Galerie der Stadt Linz und wird in der Folge von der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung, Vaduz (20.11. - 31.1.1999), sowie von den Institutionen Obalne Galerije: Mestna Galerija Piran + Galerija Loza Koper (19.2. -13.4.1999) präsentiert.


Mattino con la Primavera, 1996
Öl auf Leinwand
50 x 40 cm


Western mistico, 1996
Öl auf Leinwand
50 x 40 cm
Poetische Annäherung an die innere Wirklichkeit
Anmerkungen zu neuen Gemälden von Nicola De Maria

Es ist eine sich stets erneuernde und ihrem Wesen doch treu bleibende Malerei voller Leichtigkeit und Optimismus, voller Lebensfreude und Vitalität, mit der Nicola De Maria seit Jahren sein Publikum erfreut und fortlaufend überrascht.

Seine neuen kleinformatigen Gemälde (viele von ihnen stammen aus 1996) sind der Inbegriff des eingangs Gesagten. Sie verkörpern Malerei pur, eine reine, auf der Strahlkraft der Farbe und ihrer materiellen Struktur basierende Malerei, die in einer Direktheit ohnegleichen jene Möglichkeiten und Qualitäten ausspielt, die in dieser zugleich einfachen wie komplexen Form nur diesem, wiederholt als unzeitgemäß bezeichneten Medium gegeben sind.

Nicola De Maria ist der sensible Protagonist einer Malerei, die die Welt neu erschafft, - ein Künstler und Poet, der in Verweisen, in Anrissen das auf Erden nicht existierende Paradies beschwört. Die Wirklichkeit seiner Bilder, die Realität dieser kraftvollen und zugleich empfindsamen Landschaften und Köpfe aktiviert unsere Vorstellungskraft und löst jene Fiktion aus, durch die Kunst zur geistigen Realität wird. Ihr gibt der Künstler in einem durch seine Grundhaltung abgesteckten Aktionsfeld statt.

Die Malerei von Nicola De Maria ist bestimmt und offen zugleich: Bestimmt in dem Sinne, daß sie präzise beherrscht ist, von einem Könner gehandhabt wird und hohem ästhetischen Anspruch gehorcht, offen hingegen in der Bandbreite ihrer Zugänglichkeit, in der Fähigkeit, den Betrachter spontan, ohne allzu viele Vorgaben und Einschränkungen in einen Dialog zu verstricken. Dieser ist nicht inhaltlich, sondern einzig und allein durch die Organisation von Farbe, das Faktum des Bildes und den daraus ableitbaren Anspruch determiniert. So wie Musik löst auch Malerei mit Substanz das im Menschen aus, was ihn als Wesen sui generis existentiell berührt. Das Kunstwerk wird zum Gradmesser einer universellen, auf ganzheitliche und nicht bloß empirische Erkenntnis gerichteten Reflexion. Der kraftvolle, pastose Farbauftrag, wie ihn Nicola De Maria praktiziert, sprengt die Begrenzung der gewählten Formate. Er geht unregelmäßig über die Ränder der Bilder hinaus, die sich nach allen Seiten hin öffnen und - durch keinerlei Hindernisse blockiert - dem Betrachter erschließen. In diesem Sinn ist auch jedes Bild Ausschnitt eines großen Ganzen, eine Metapher für Werden und Vergehen. Angesichts der verinnerlichten, der Natur elementar und nicht in irgendeiner Form von Abbildhaftigkeit nahestehenden Bilder, läßt sich von Lyrik, von Poesie und Kammermusik sprechen.

Der in Turin arbeitende Künstler verkörpert eine neue mediterrane Malerei, die unter Verzicht auf postmoderne stilistische Anleihen eine Renaissance dessen einleitet, was wir im kunstgeschichtlichem Kontext und der daraus ableitbaren Balance impressionistischer und expressionistischer Grundzüge kennen.

Es ist eine unvergleichliche Beschwingtheit, die von Nicola De Marias Bildern ausgeht und uns tiefer erfaßt als ein schneller oberflächlicher Blick über die Horizonte seiner wohltemperierten Landschaften vermuten läßt. Alle diese kleinen, dichten Hochformate hält ein sehr persönlicher Duktus und Rhythmus zusammen. Er entspringt aus dem Übereinander horizontaler Streifen, Farbfelder und spannungsvoll eingefügter Farbflecken, die organisch miteinander verschmelzen und eine Einheit bilden.

Die zwischen Malerei und Graphik vermittelnde Praxis des Meisters ist das poetische Bekenntnis zur Neuentdeckung der Welt auf dem Weg visueller Annäherung. Es gleicht einem großen, aus stets neuen Impulsen inszinierten Fest, das sich einfacher, herber Mittel bedient und allzu stringentes Kalkül ebenso wie baroke Überfülle vermeidet. Nicola De Marias Kammermusik, seine vitale, den jeweils vorgegebenen Rahmen adäquat nutzende Improvisationsfreude, werden so zu Eigenschaften einer Botschaft, die komplex und einfach zugleich ist und ebenso Intellekt wie Emotion berührt.

Peter Baum
Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi, Fr 10.00 -18.00,
Do 10.00 - 22.00, Sa 10.00-13.00 Uhr
Sonntag geschlossen