| EXPRESSION UND MEDITATION Sammlung Rombold | |||||||||||||||
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18. 3. - 16. 5. 1999 | |||||||||||||||
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Arnulf Rainer Berliner Konzert 27. 9. 1974 Öl/Papier 60 x 47,2 cm Ausstellungsausschnitt Geschichte eines Lebens und einer Sammlung |
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Expression und Meditation Die Sammlung Rombold in Linz Privatsammlungen spiegeln Interessen und Vorlieben einzelner Kunstfreunde wieder. Abhängig von finanziellen Mitteln, Möglichkeiten und Ambitionen sind ihnen keine Grenzen und Einschränkungen gesetzt, außer jenen, die der Sammler selbst zieht. Privatsammlungen beziehen oftmals ihren besonderen Reiz aus Schwerpunktsetzungen, wie sie - im Hinblick auf möglicherweise allzu große Einseitigkeit - der Ankaufsstrategie öffentlicher Museen zumeist verwehrt sind. Der private Sammler kann sich jede Form von Subjektivität gestatten, denn schließlich sind es zur Gänze eigene Mitteln, die er verwendet. Außer seinen persönlichen Absichten und Ideen ist er niemandem verpflichtet, zum Unterschied von öffentlichen Museen, deren Erwerbungen und Sammlungen oft ganz bestimmten Erwartungen, Auflagen und Kontrollmechanismen unterliegen und außerdem ein hohes Maß an Objektivität und wissenschaftlichen Anspruch verlangen. Die Vorrangigkeit von Kompetenz und Qualität, von sinnvoller Einschränkung und Akzentsetzung ist freilich da wie dort gegeben und für die Wirksamkeit und Anerkennung von Sammlungen nach außen gibt es auch kein Patentrezept, sodaß hier die Rezeption einer Sammlung eine gewisse Ähnlichkeit mit Resonanz und Wirksamkeit auf das einzelne Kunstwerk aufweist. Der Linzer Geistliche und emeritierte Hochschulprofessor für Theologie DDr.Günter Rombold hat sich zeitlebens mit Kunst auseinandergesetzt. Sein Interesse und seine Vorliebe für die Moderne, für die zeitgenössische Malerei, Graphik, Plastik und den modernen Kirchenbau, fand profunden Niederschlag in einer reichen Vortrags- und Lehrtätigkeit, in zahlreichen Büchern und Ausstellungsbeiträgen sowie der langjährigen Herausgeberschaft und Redaktionsarbeit für "kunst und kirche". Mit der Gründung des Instituts für Kunst und Kirchenbau an der Katholisch-Theologischen Hochschule in Linz hat Günter Rombold schließlich ein Forum geschaffen, das seine Vorstellungen von einem großen, permanenten Dialog mit der zeitgenössischen Kunst fundiert verwirklichen hilft. Aus einer insgesamt mehr als 600 Werke umfassenden Kunstsammlung, die als konkretes Fazit der skizzierten Einstellung und Haltung Rombolds Leben zunehmend begleitet, werden nun für eine erste große Ausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz rund 250 Werke ausgewählt und in einem repräsentativen Katalog umfassend kommentiert. Rombolds Sammlung zeigt deutliche Vorlieben für Kubin und den Deutschen Expressionismus, berücksichtigt aber auch in Summe ähnlich zentral die österreichische Kunst nach 1945, bei der ebenso Arbeiten auf Papier, hier vor allem Zeichnung und Druckgraphik, überwiegen. Unter der inhaltlich durchaus zutreffenden Gegenüberstellung von Expression und Meditation, in vier Kapitel eingeteilt, spannt sich der Bogen prominenter Künstlernamen von Anzinger, Beckmann, Bilger, Barlach, Chagall, Corinth und Ensor über Heckel, Kirchner, Kokoschka, Kollwitz, Schmidt-Rottluff, Rouault, Poliakoff, Manessier, Zadkine, Frohner, Damisch, Hrdlicka, Mikl, Staudacher, Schmalix und Prachensky, bis hin zu Rainer, Urteil und Wotruba. Eine Ausstellung künstlerischer Kontraste und Gemeinsamkeiten, reich an Einblicken, Erkenntnissen und Aufforderungen, sich unter Nutzung der angebotenen Begleitprogramme, Filme, Führungen und Diskussionen auf das Abenteuer der Kunst im 20. Jahrhundert einzulassen. Peter Baum |
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