| PETER
SENGL zu und über Kubin hinaus |
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| 8. November bis 2. Dezember 2001 | |||||||||||||
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(Bette
Davis W.L.) Judith 16,7 reitet auf Lec - Zebra hinter weißen Gitterstäben, 2000 62,5 x 46,5 cm Ausstellungsausschnitt Biographie |
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| Der aus Unterbergla in der Steiermark stammende
Peter Sengl ist seit rund 30 Jahren in Wien als umsichtiger und unermüdlicher
Maler und Zeichner unterwegs. Innerhalb der österreichischen Kunst
der Gegenwart erweist er sich als Chronist und engagierter Kabarettist
zugleich. Letzteres freilich aus einer Sicht des Lebens, die Glitzer und
Glamour, unsere Verhaltensweisen und deren Hintergründe, Partys und
Vernissagen, kurzum all das zum Anlass und Gegenstand seiner Darstellungen
nimmt, was Lifestyle und zeitbetontes Dabeisein an Attraktionen in und
um Wien zu bieten haben. Sich auf Kubin einzulassen, lohnt sich, wie es die 30 Werke der gegenständlichen Ausstellung belegen. Sengl tut dies nahezu 100 Jahre nach dem Entstehen des aufrüttelnden, grandiosen Frühwerks von Kubin. Indem der Künstler Analogien zu bekannten, berühmten Blättern Kubins aufgreift, schließt er einerseits deutlich erkennbar an den Meister an, geht aber zugleich über dessen zeichnerische Befunde hinaus und relativiert sie im Rahmen einer von Folterwerkzeugen aller Art durchspickten Emblematik. Zwischen Lust und Selbstgefährdung spannt sich oft in Gleichnissen fixiert ein aufregendes erotisches Panorama zwischen Walpurgisnacht, den 15 Toren im Roten Meer, einem grauenerregenden Opfermund mit Helm, den drallen fliegenden Altfrauen und einem dahinjagenden, zugleich berstenden Pferdehund. Verschraubt wird mit Vorliebe nahezu alles und wer Glück hat, bekommt in Sengls Horror-Szenarien noch einige Nirosta-Spitzen verpasst. Doch so künstlich, so sehr Kopfarbeit, Spekulation oder Krampf, wie es scheint, ist die Welt des Peter Sengl nicht. Im speziellen Fall mit der Nähe zu Kubin erscheint sie vielmehr triebdynamisch, wie es Wolfgang Müller-Thalheim einmal ausdrückte. Resümierend zeigt sich der markant Gekleidete als scharf beobachtender und kalkulierender Realist, als Inquisitor zwischen gestern und heute, der in seinen gefährlich-erfindungsreichen Gemälden und Zeichnungen dem Gegenüber Stromstösse zwischen Folter und Frohlocken zumutet. Zur Ausstellung erscheint ein mit 30 Farbabbildungen ausgestatteter Katalog, der sich auf Sengls Kubin-Paraphrasen der Jahre 2000/2001 konzentriert. Er enthält Texte von Wolfgang Müller-Thalheim und Peter Baum und ist zum Preis von ATS 140,- / € 10,17 erhältlich. |
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