| OTHMAR
ZECHYR Werkretrospektive |
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| 12. Juni bis 18. August 2001 | |||||||||||||||
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"Solange du lebst, bist du das Ereignis" Othmar Zechyr 1998 Othmar Zechyr, 1989 Foto: Anton S. Kehrer, Linz Ausstellungsausschnitt Biographie |
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| Die Ausstellung in der Neuen Galerie
der Stadt Linz zeigt eine Retrospektive des 1996 verstorbenen Linzer Künstlers
Othmar Zechyr, der sich seit 1965 kompromißlos ausschließlich
der Zeichnung und Druckgraphik widmete. Der aus Linz stammende Autodidakt wurde 1964 in Wien bereits von Ernst Fuchs zu einer kleinen Ausstellung in seine kleine Galerie in der Millöckergasse eingeladen, die damals als kammermusikalisches Privatissimum der "Phantastischen Realisten" nächst dem Theater an der Wien fungierte. Zechyr konnte in dieser fruchtbaren, materiell allerdings noch schwierigen Zeit des Aufbruchs und einer pluralistischen Ausweitung der österreichischen Kunstszene einklinken. Eine seiner ersten größeren Einzelausstellungen begleitet von einem kleinen Katalog fand im Jahr 1968 in der Galerie auf der Stubenbastei in Wien statt, die Peter Baum in seiner damaligen Funktion als Ausstellungskurator organisierte. Damals waren zum ersten Mal jene monumentalen maschinesken Arbeiten und Exploramas, aber auch eindeutig organisch geschichtete Berge und vergleichbare dynamische Formationen zu sehen, die den späteren, typischen Zechyr begründeten. Seine vom klassischen Expressionismus beeinflußten Frühwerke fanden ihre Ablöse in überaus selbständigen Skizzen und Zeichnungen unterschiedlichsten Formats. Sie fielen durch Intensität und handschriftliche Eigenwilligkeit, durch Ideenflüge, überraschende Formfindung und eine deutliche Affinität zu utopischen Architekturen auf, die da und dort an die Visionen eines Piranesi denken ließen. Zechyrs Sinnbilder zeigten eine Welt in Aufruhr. Technik und Fortschritt gerieten ins Wanken und liefen Gefahr, von der Natur eingeholt zu werden. Daneben existierte jedoch auch ein deutliches Bekenntnis zur Poesie, eine liebevolle Hinwendung zur Natur in allen ihren Leben und Einsichten spendenden Eigenschaften. So wie er selbst in vielen Phasen eines Lebens, das er sich nur bedingt aussuchen konnte, pendelte auch sein zeichnerisches OEuvre zwischen Ordnung und Chaos, zwischen einem von Hintergrundkenntnissen und der Kunstgeschichte geprägten Kalkül und jener Sympathie für Anarchismus und Existentialismus, wie sie Artaud und Passolini in ihren Werken verkörperten. Zechyrs künstlerisches Weltbild, das Wirklichkeit und Vision als Einheit definiert, bescherte als großer, unverwechselbarer Entwurf der österreichischen Kunst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts ein Schlaglicht. Die Retrospektive findet in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Wien (Palais Harrach) statt. Katalog: Othmar Zechyr, Zeichnungen 1966 - 1996, hg. von Peter Baum, Gernot Heiss, Wilfried Seipel und Jutta Skokan, Wien 2001, ATS 380,- / € 27,60 |
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