Jason Dodge
Ausstellungen von Dodge mögen auf den ersten Blick sparsam oder unaufwändig wirken. Tatsächlich sind die präsentierten Objekte Handlungsträger von oft längerfristig inszenierten Prozessen. Seine Arbeiten bestehen meist aus Gegenständen, die aus dem Alltag bekannt sind, und einem Titel. Die Lücke zwischen beiden evoziert eine Erzählung – möglicherweise eine reale Begebenheit, möglicherweise eine Fiktion – und verweist damit auf die poetischen Potenziale der Realität.
Doch bei allen Referenzen auf Abwesendes und Verborgenes hat Dodge eine ganz unmittelbare Affinität zu Dingen, zu ihrer Präsenz im Raum. Er lässt uns teilhaben an seiner Faszination daran, wie Dinge zirkulieren, mit Wert aufgeladen werden oder eben nicht, wie sie von Ereignissen infiziert werden, in denen sie eine Rolle spielen. Dodge hat aber auch ein Faible für Poesie, für Musik, für Handwerk, für Naturphänomene (das Wetter, das Licht, Luftströmungen) und ein lebhaftes Interesse daran, wie sich die Persönlichkeit von Menschen in ihren Dingen und ihrer Lebensumgebung widerspiegelt, welchen Platz Menschen im Leben einnehmen und wie sie dahin gekommen sind.
Nach jüngsten Einzelausstellungen im Kunstverein Hannover, 2010, und im Kunstverein Nürnberg, 2012, ist dies die erste Ausstellung des Künstlers in Österreich.
Jason Dodge, geboren 1969 in Newton, Pennsylvania, lebt in Berlin.
Projektleitung: Stella Rollig