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Samm­lung

Das Lentos Kunst­mu­se­um zählt mit sei­ner Samm­lung zu den bedeu­tends­ten Muse­en moder­ner und zeitgenössischer Kunst in Österreich. Aus­ge­hend von Sammlungsbeständen, deren Schwer­punk­te in Meis­ter­wer­ken der europäischen Male­rei der ers­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts sowie einer reich­hal­ti­gen Gra­fik­samm­lung und qualitätsvollen Fotografiebeständen lie­gen, spannt das Lentos den Bogen zwi­schen der klas­sisch-his­to­ri­schen Kunst des frühen 20. Jahr­hun­derts bis hin zu aktu­ells­ten Kunst­po­si­tio­nen unse­rer Gegenwart. 


Auf­bau­end auf der Samm­lung des Ber­li­ner Kunsthändlers Wolf­gang Gur­litt (1888 – 1965) wur­de der Bestand seit 1953 reich­hal­tig erwei­tert. Das Lentos verfügt über eine Schatz­kam­mer, die mit etwa 1.700 Gemälden und Skulp­tu­ren sowie rund 13.500 Gra­fi­ken und 1.300 Bei­spie­len künstlerischer Foto­gra­fie reich­hal­tig bestückt ist.

  • Appel

    Prozession zweier Köpfe unter der Sonne, 1957
    Karel Appel

  • Gertsch

    Saintes Maries de la Mer III, 1972
    Franz Gertsch

  • Haring

    Red - Yellow - Blue No Portrait of Martin, 1987
    Keith Haring

  • Zobernig

    Ohne Titel, 2017
    Heimo Zobernig

  • Schiele

    Doppelbildnis Heinrich und Otto Benesch, 1913
    Egon Schiele

  • Pechstein

    Unterhaltung, 1919
    Max Pechstein

  • Cragg

    New Curly, 2001
    Cragg Tony

  • Kokoschka

    Die Freunde, 1917/18
    Oskar Kokoschka

  • Münter

    Der blaue See, 1934
    Gabriele Müntner

  • Corinth

    Bildnis Wolfgang Gurlitt, 1917
    Lovis Corinth

  • Lassnig

    Selbstbildnis mit Telefon, 1973
    Maria Lassnig

  • Funke

    Drei Frauen (ursprünglich Drei Mädchen), 1915
    Helene Funke

  • uvm.

Provenienzforschung

Die Stadt Linz ist seit Jahr­zehn­ten wie kaum eine ande­re Gebiets­kör­per­schaft in Öster­reich bestrebt, die Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus kri­tisch offen zu legen. Dazu wur­den zahl­rei­che Initia­ti­ven wie For­schungs­pro­jek­te, Publi­ka­tio­nen oder Aus­stel­lun­gen gesetzt. Was die Samm­lun­gen ihrer Muse­en betrifft, ist die Stadt eben­so ent­schlos­sen, die­se nach dem Vor­bild der öster­rei­chi­schen Bun­des­mu­se­en, die seit Ver­ab­schie­dung des 1998 beschlos­se­nen Kunst­rück­ga­be­ge­set­zes ihre Bestän­de auf NS-Raub­kunst” über­prü­fen, sys­te­ma­tisch und lücken­los auf sei­ne Her­kunft hin zu untersuchen.


Die Samm­lung des Lentos bzw. zuvor der Neu­en Gale­rie der Stadt Linz wird seit 1998 sys­te­ma­tisch über­prüft. 1999 ver­öf­fent­lich­te die Stadt Linz einen ers­ten umfas­sen­den Bericht über die Samm­lung Gur­litt, den his­to­ri­schen Grund­stock des Muse­ums­be­stands, erar­bei­tet von Dr. Wal­ter Schus­ter, dem Lei­ter des Stadtarchivs.


Zur Inten­si­vie­rung der For­schungs­ar­bei­ten wur­de im Jahr 2007 im Auf­trag des Bür­ger­meis­ters und des Magis­trats­di­rek­tors ein eige­ner Arbeits­kreis für Pro­ve­ni­enz­for­schung ein­ge­rich­tet und die für Muse­en und öffent­li­che Insti­tu­tio­nen täti­ge Pro­ve­ni­enz­for­sche­rin Dr​.in Vanes­sa-Maria Voigt (Deutsch­land) bei­gezo­gen. Der Arbeits­kreis wid­met sich neben aktu­el­len Pro­ve­ni­en­z­an­fra­gen vor allem der sys­te­ma­ti­schen Her­kunfts­klä­rung von Erwer­bun­gen der Stadt Linz aus der Samm­lung Gurlitt.


Auf Basis der erfolg­ten Recher­chen sowie wei­te­rer Gut­ach­ten wur­den – jeweils nach ent­spre­chen­den Beschlüs­sen des Lin­zer Gemein­de­rats – fol­gen­de Kunst­wer­ke restituiert:


1999: Les­ser Ury, Die Nähe­rin (Inv. Nr. 138)
an die Erben nach einem Ber­li­ner Kunstsammle


2003: Egon Schie­le, Stadt am Fluss (Inv. Nr. 13)
an die Erben nach Dai­sy Hell­mann

2009: Gus­tav Klimt, Damen­bild­nis (Inv. Nr. 149)
an die Erben nach Aran­ka Munk

2011: Wil­helm Trüb­ner, Bild­nis Carl Schuch (Inv. Nr. 104)
Ein­ver­nehm­li­che Ablö­se der Erben nach Har­ry Fuld Jr.
(Im Rah­men einer güt­li­chen Ver­ein­ba­rung vom 12.9.2011 lös­te die Stadt Linz den Resti­tu­ti­ons­an­spruch ab.)

Im Juli 2012 wur­den in Bezug auf Ergeb­nis­se der Pro­ve­ni­enz­for­schung sechs Gemäl­de von Anton Roma­ko an die Rechts­nach­fol­ge­rin nach Oskar und Mal­vi­ne Rei­chel resti­tu­iert:

Mäd­chen mit auf­ge­stütz­tem Arm (Toch­ter des Künst­lers), 1875, Inv. Nr. 10
Der Zwei­kampf (Kämp­fen­de Rit­ter), Inv. Nr. 81
Zigeu­ner­la­ger, 1879 (?), Inv. Nr. 83
Mäd­chen mit Früch­ten, um 1875, Inv. Nr. 103
Unga­ri­sche Pusz­ta (Stroh­scho­ber in Bál­vá­n­yos), um 1880, Inv. Nr. 104
Bild­nis Karl Schwach, 1854, Inv. Nr. 145
Dank des groß­zü­gi­gen Ent­ge­gen­kom­mens der Eigen­tü­me­rin blei­ben die betref­fen­den Wer­ke gesamt als Dau­er­leih­ga­ben im Lentos und kön­nen der Öffent­lich­keit wei­ter­hin prä­sen­tiert wer­den.

2015: Lovis Corinth, Othel­lo (Der Mohr), 1894, (Inv. Nr. 23) und Lovis Corinth, Schwa­bing (Blick aus dem Ate­lier­fens­ter), 1891, (Inv. Nr. 24)
an die Erben nach Jean und Ida Baer

2015: Emil Nol­de, Mai­wie­se (Mai­en­wie­se), 1915, (Inv. Nr. 94) an die Erben nach Dr. Sieg­fried Julius

Das Lentos ist bemüht, die Pro­ve­ni­enz sei­nes Bestands mög­lichst umfas­send auf­zu­klä­ren und ist für alle Hin­wei­se, ins­be­son­de­re von Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, die in die­sem Bereich arbei­ten, dank­bar. Wenn Sie Anfra­gen zu ein­zel­nen Objek­ten haben oder ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen bei­tra­gen kön­nen, sen­den Sie die­se bit­te an:


Lentos Kunst­mu­se­um Linz
Pro­ve­ni­enz­for­schung
Ernst-Koref-Pro­me­na­de 1
4020 Linz
provenienzforschung@​lentos.​at


Ver­ständ­nis und Recher­che­me­tho­den (PDF)

Zwi­schen­be­richt zur Pro­ve­ni­enz­for­schung Okto­ber 2019 (PDF)

VALIE EXPORT Center

Auf­bau­end auf dem VALIE EXPORT Archiv betreibt das Lentos Kunst­mu­se­um in Koope­ra­ti­on mit der Kunst­uni­ver­si­tät Linz ein inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­tes For­schungs­zen­trum, das VALIE EXPORT Cen­ter Linz. For­schungs­zen­trum für Medi­en- und Per­for­mance­kunst. Wäh­rend die Stadt Linz bzw. das Lentos Kunst­mu­se­um die not­wen­di­gen Raumres­sour­cen und sämt­li­che Mate­ria­li­en des VALIE EXPORT Archivs zur Ver­fü­gung stellt, stellt die Kunst­uni­ver­si­tät das für den Betrieb erfor­der­li­che wis­sen­schaft­li­che und admi­nis­tra­ti­ve Per­so­nal bei. Das VALIE EXPORT Cen­ter Linz bear­bei­tet, erforscht, kon­tex­tua­li­siert und ver­mit­telt den Vor­lass von VALIE EXPORT. Als inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­tes For­schungs­zen­trum för­dert es die künst­le­ri­sche und wis­sen­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit Medi­en- und Performancekunst.


Das VALIE EXPORT Archiv, das 2015 von der Stadt Linz ange­kauft wur­de, umfasst neben meh­re­ren Kunst­wer­ken wich­ti­ge Doku­men­te und Werk­skiz­zen zu allen Schaf­fens­pe­ri­oden. Dar­in ent­hal­ten sind u. a. Pro­jekt­skiz­zen, Kon­zep­te, ein umfas­sen­des Foto‑, Film- und Video­ar­chiv, Kor­re­spon­den­zen, Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­li­en (Pla­ka­te, Fol­der etc.), Zei­tungs­aus­schnit­te (Rezen­sio­nen, Repor­ta­gen etc.) und eine Biblio­thek sowie Ori­gi­na­le zu ver­schie­de­nen Werkgruppen.

VALIE EXPORT Cen­ter Linz
Tabak­fa­brik Linz, Bau 1, 1.OG
Peter-Beh­rens-Platz 9
4020 Linz
office@​valieexportcenter.​at

www​.valie​ex​port​cen​ter​.at

forum metall

Mit einem künst­le­ri­schen Pau­ken­schlag” ließ Linz 1977 weit über die Gren­zen Öster­reichs hin­aus auf­hor­chen: Das forum metall prä­sen­tier­te im Donau­park, zeit­gleich zur Eröff­nung des vier­ten Bruck­ner­fests, groß­for­ma­ti­ge Metall­plas­ti­ken zeit­ge­nös­si­scher, inter­na­tio­nal renom­mier­ter Künstler.

Drei Jah­re nach dem Bau des Lin­zer Kon­zert­hau­ses, dem Bruck­ner­haus, setz­te das forum metall einen wei­te­ren wich­ti­gen Schritt in der Ent­wick­lung von der Indus­trie­stadt hin zur Kul­tur­stadt. Am 12. Sep­tem­ber 1977 wur­de im Lin­zer Donau­park das ers­te Frei­licht­mu­se­um eröff­net, das erst­mals einen reprä­sen­ta­ti­ven Quer­schnitt der abs­trak­ten Plas­tik der sech­zi­ger und sieb­zi­ger Jah­re ver­sam­mel­te. Zugleich bot forum metall einen umfas­sen­den Ein­blick, wel­che Mög­lich­kei­ten Eisen, Stahl und Alu­mi­ni­um dem Bild­hau­er bieten.


Kon­zept, Orga­ni­sa­ti­on und künst­le­ri­sche Lei­tung von forum metall lagen bei Hel­muth Gsöll­point­ner, dem dama­li­gen Rek­tor der Kunst­uni­ver­si­tät Linz und Pro­fes­sor der Meis­ter­klas­se Metall und bei Peter Baum, dem Lei­ter der Neu­en Gale­rie der Stadt Linz (heu­te LENTOS). Mit forum metall spreng­ten die Orga­ni­sa­to­ren bewusst die kon­ven­tio­nel­len Wege übli­cher Aus­stel­lungs­pra­xis. Mit Wahl des Werk­stoffs Metall wur­de zugleich die Bedeu­tung die­ses Mate­ri­als für die Stahl­stadt” Linz unter­stri­chen. Ein per­fek­tes Zusam­men­spiel von Kunst und Wirt­schaft mach­te es mög­lich, die­ses unver­gleich­li­che Open-Air-Ensem­ble moder­ner Kunst zu realisieren.

Das gro­ße Medi­en­echo rund um forum metall über­traf alle Erwar­tun­gen. Kei­ne Aus­stel­lung aus dem Bereich moder­ner Kunst hat­te zuvor in Öster­reich ein der­ar­ti­ges Inter­es­se bei Medi­en wie Publi­kum erweckt. Damit gelang es forum metall die Stadt Linz als auf­stre­ben­de Kunst­me­tro­po­le über­aus erfolg­reich in das inter­na­tio­na­le Blick­feld zu rücken.


Für die War­tung der Kunst­wer­ke ist das Lentos Ansprech­part­ner. Im Rah­men des Kul­tur­haupt­stadt­jah­res Linz09 instal­lier­te die Linz AG eine Beleuch­tung für die Skulpturen.

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