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Maria Lassnig, Selbstbildnis mit Telefon, 1973

Öl auf Lein­wand, 72,5 x 90 cm

Samm­lung Lentos Kunst­mu­se­um Linz, Inv. Nr. 434


Maria Lass­nig (geb. 1919 in Kap­pel am Krapp­feld, Kärn­ten; lebt in Wien) beginnt nach ihrer Aus­bil­dung zur Volks­schul­leh­re­rin ihr Stu­di­um an der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te in Wien, zunächst 1941 bis 1943 bei Dach­au­er, ab 1943 dann bei Fer­di­nand Andri und Her­bert Boeckl, spä­ter auch bei Albert Paris Güters­loh. Die Wer­ke die­ser Früh­pha­se sind rea­lis­tisch-expres­siv und durch den Ein­fluss Her­bert Boeck­ls geprägt. Ab 1948 setzt sich Lass­nig ver­stärkt mit dem Sur­rea­lis­mus und dem spä­ten Kubis­mus aus­ein­an­der. 1948 fin­det ihre ers­te Aus­stel­lung in Kla­gen­furt statt. 1951 erhält Maria Lass­nig ein Sti­pen­di­um für Paris, wo sie gemein­sam mit Arnulf Rai­ner, André Bre­ton und Paul Celan ken­nen­lernt. Anfang der fünf­zi­ger Jah­re ent­ste­hen vor allem Zeich­nun­gen und Bil­der, die im sur­rea­len Auto­ma­tis­mus ihren Aus­gangs­punkt neh­men, aber auch Anre­gun­gen des Infor­mel reflek­tie­ren. 1956 steht Maria Lass­nig in engem Kon­takt und Aus­tausch zu den Künst­lern der Gale­rie nächst St. Ste­phan (Mikl, Hol­legha, Pra­chen­sky und Rai­ner) und zeigt 1960 dort auch ihre Arbei­ten. 1961 ‑1968 lebt Maria Lass­nig in Paris. Es ent­ste­hen ers­te Kör­per­ge­fühls­fi­gu­ra­tio­nen” und Kör­per­be­wusst­seins­ma­le­rei­en” (Body-Awa­reness-pain-tings”), in denen sich Kör­per in ampor­phe Figu­ren auf­lö­sen. Die Jah­re 1968 bis 1980 ver­bringt Lass­nig in New York, wo sie einen drei­mo­na­ti­gen Zei­chen­trick­film­kurs an der School of Visu­al Arts besucht und ab 1971 ers­te eige­ne Zei­chen­trick­fil­me pro­du­ziert, die einen wesent­li­chen Teil ihres künst­le­ri­schen Schaf­fens aus­ma­chen. In den sieb­zi­ger Jah­ren wird ihre Male­rei rea­lis­ti­scher; dar­un­ter fin­den sich zahl­rei­che Selbst­por­träts und The­men, die sich mit dem Bewusst­sein der Frau, mit zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen und mit Tier­sym­bo­lik aus­ein­an­der­set­zen. 1971 sind ihre Wer­ke in der Aus­stel­lung Die Anfän­ge des Infor­mel in Öster­reich” im Muse­um des 20. Jahr­hun­derts in Wien neben Arnulf Rai­ner und Oswald Ober­hu­ber aus­ge­stellt. 1972 nimmt sie als Avant­gar­de-Fil­me­rin für Trick­fil­me am Inter­na­tio­nal Woman Film Fes­ti­val” in New York teil, 1979 am Forum des Jun­gen Fil­mes bei der Bien­na­le von Ber­lin. 1980 kehrt sie nach Wien zurück und nimmt eine Pro­fes­sur für Male­rei an der Hoch­schu­le für ange­wand­te Kunst an, wo sie 1981 ein Stu­dio für Zei­chen­trick­film ein­rich­tet und bis 1997 unter­rich­tet. 1980 ver­tritt Maria Lass­nig Öster­reich auf der Bien­na­le von Vene­dig, 1982 auf der docu­men­ta VII in Kas­sel. Ab den acht­zi­ger Jah­ren fol­gen Aus­stel­lun­gen im In- und Aus­land, u.a. im Kunst­ver­ein Han­no­ver, (1982), im Muse­um moder­ner Kunst in Wien (1985), 1989 in der Alber­ti­na, im Ruper­ti­num Salz­burg, 1990 in der Wie­ner Seces­si­on, Neue Gale­rie am Lan­des­mu­se­um Johan­ne­um Graz. 1993 sind ihre Wer­ke in Der zer­bro­che­ne Spie­gel” in der Kunst­hal­le Wien ver­tre­ten, 1994 im Stede­li­jk Muse­um in Ams­ter­dam, 1995 wie­der­um auf der Bien­na­le in Vene­dig (“Iden­ti­tà e Alteri­tà”), im Cent­re Pom­pi­dou in Paris (“Femi­nin-Mas­cu­lin”) und auf der Bien­na­le in Istan­bul. Auf der docu­men­ta 1997 zeigt sie exem­pla­risch eine Aus­wahl ihrer Wer­ke. 1999 fin­det im Muse­um moder­ner Kunst in Wien eine gro­ße Ein­zel­aus­stel­lung statt. Im März 2002 wird ihr der Wer­ner-Haft­mann-Preis verliehen.

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