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Oskar Kokoschka, Die Freunde, 1917/18

Öl auf Lein­wand, 102 x 151 cm

Samm­lung Lentos Kunst­mu­se­um Linz, Inv. Nr. 76


Das Grup­pen­bild­nis Die Freun­de” ent­stand 1917 in Dres­den, wo sich Oskar Kokosch­ka im Sana­to­ri­um Wei­ßer Hirsch” von einer schwe­ren Kriegs­ver­wun­dung erhol­te. Dicht um den Tisch gedrängt sit­zen die Schau­spie­le­rin Käthe Rich­ter. Der Dich­ter Wal­ter Hasen­cle­ver, Ivar von Lücken, der Psych­ia­ter Dr. Fritz Neu­ber­ger mit sei­nem Tol­stoi­b­art und der Maler selbst, als Rücken­fi­gur mit dem Kopf im Pro­fil. In der geöff­ne­ten Tür im Hin­ter­grund erscheint ein Ser­vier­mäd­chen. Die genann­ten Per­so­nen unter­stütz­ten Kokosch­ka in der ers­ten Dresd­ner Zeit. Über die gan­ze Bild­flä­che brei­tet sich in pas­to­sem Farb­auf­trag ein Netz­werk erreg­ter, ner­vö­ser Pin­sel­stri­che aus. Bewe­gung und Raum­wir­kung grei­fen im Farb­ge­sche­hen inein­an­der über, was den Figu­ren Gleich­ran­gig­keit ver­leiht. Obwohl die Anord­nung der Per­so­nen um den Tisch und der Bild­ti­tel die Zusam­men­ge­hö­rig­keit der Grup­pe beschwö­ren, schei­nen die Dar­ge­stell­ten völ­lig bezie­hungs­los: kei­ner blickt den ande­ren an – jeder scheint in sich selbst gefan­gen. Dies ent­spricht dem Kokosch­ka in den ers­ten Dresd­ner Jah­ren emp­fun­de­nen Gefühl der Iso­liert­heit und Lebens­angst. Der ursprüng­li­che Titel des Gemäl­des lau­tet Die Glücks­spie­ler”, doch der alle­go­ri­sche Sinn – die Freun­de auf der Suche nach dem Glück, das sie ver­spie­len und nicht fin­den – hat sich erhalten.

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