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Kut­lug Ataman
Meso­po­ta­mi­sche Erzählungen

bis
  • Ausstellungsansicht, Kutlug Ataman. Mesopotamische Erzählungen, 2009
  • Ausstellungsansicht, Kutlug Ataman. Mesopotamische Erzählungen, 2009
  • Ausstellungsansicht, Kutlug Ataman. Mesopotamische Erzählungen, 2009

Meso­po­ta­mi­sche Erzäh­lun­gen ver­sam­melt eine neue Werk­se­rie von Kut­lug Ata­man, dem inter­na­tio­nal erfolg­reichs­ten tür­ki­schen Künst­ler, der sich in sei­nen Film‑, Video- und Foto­ar­bei­ten mit den Brü­chen zwi­schen dem Eige­nen” und dem Frem­den” aus­ein­an­der­setzt – mit Tra­di­tio­nen und Kon­ven­tio­nen, Glau­ben und Über­zeu­gun­gen, die inner­halb einer Gesell­schaft oder im Auf­ein­an­der­tref­fen unter­schied­li­cher Kul­tu­ren Kon­flik­te aus­lö­sen können.


Die Aus­stel­lung fokus­siert die Umbrü­che in der Tür­kei der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te, poli­ti­sche, kul­tu­rel­le und öko­no­mi­sche Ver­än­de­run­gen, Kämp­fe zwi­schen reli­giö­ser und säku­la­rer Welt­an­schau­ung und dar­über hin­aus die Span­nung zwi­schen Osten und Wes­ten, die von Ata­man als aku­te Kri­se defi­niert wird. Dabei geht es auch um die Geschich­te der west­li­chen Moder­ne und die Fra­ge nach der Berech­ti­gung ihres uni­ver­sel­len Anspruchs, ver­bun­den mit einer Unter­su­chung der viel zitier­ten euro­päi­schen Wer­te”.

Ganz kon­kret kreist das The­ma der Meso­po­ta­mi­sche Erzäh­lun­gen um Euro­pa, um die Fra­ge nach den geo­gra­fi­schen, kul­tu­rel­len, insti­tu­tio­na­li­sier­ten, ideel­len und ideo­lo­gi­schen Gren­zen des Rau­mes mit dem Namen Euro­pa”.

Am Beginn der fünf Räu­me der Aus­stel­lung steht Dome, eine Video­in­stal­la­ti­on mit Por­träts tür­ki­scher männ­li­cher Jugend­li­cher in west­li­cher All­tags­klei­dung. Die schwe­ben­den Flat­s­creens bil­den ein Dach über den Köp­fen der Betrachter*innen und erwe­cken den Ein­druck, als ob die Jugend­li­chen am Him­mel schwe­ben wür­den – doch dies nur mit Hil­fe tech­ni­scher Konstruktion.

Die Zwei-Kanal-Pro­jek­ti­on Jour­ney to the Moon erzählt als Doku-Fic­tion die Geschich­te eines Dor­fes im Osten der Tür­kei, des­sen Bewohner*innen zum Mond rei­sen wol­len. Kom­men­tiert wird die­se Nar­ra­ti­on von bekann­ten tür­ki­schen Intel­lek­tu­el­len, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen.


In einer wei­te­ren Arbeit, The Com­ple­te Works of Wil­liam Shake­speare, sind sämt­li­che Dra­men der Iko­ne der abend­län­di­schen Lite­ra­tur hand­schrift­lich auf 35mm-Film über­tra­gen. Die Bedeu­tung des Schrei­bens als Kunst­form unab­hän­gig von Inhal­ten – Kal­li­gra­fie – in der ori­en­ta­li­schen Kul­tur wird für die Dar­stel­lung des kul­tu­rel­len Erbes der euro­päi­schen Lite­ra­tur adaptiert.

Ins­ge­samt acht neue Arbei­ten – Video­in­stal­la­tio­nen, ‑pro­jek­tio­nen und ein foto­gra­fi­sches Objekt – bringt Kut­lug Ata­man in die­ser Aus­stel­lung zusam­men. Unbe­dingt müs­sen alle die­se Wer­ke gemein­sam gezeigt wer­den, denn das Zusam­men­spiel der ein­zel­nen Arbei­ten ergibt das Rück­grat und die See­le die­ser Aus­stel­lung.” (Kut­lug Ataman)

Video

Lentos - Kutlug Ataman

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